Regionalliga Nord
14. Spieltag


Eimsbütteler TV

2

:

2


Bremer SV

Anpfiff

So - 29.10. 14:00 Uhr

Spielstätte

Sportpark Eimsbüttel

Zuschauer

--

Schiedsrichter

Alexander Roppelt

Regionalliga Nord

Das „Momentum gekillt“ – aber Moral gezeigt: Der ETV punktet „im Prozess“

Malik Yago (re.) mit vollem Einsatz im Kampf um den Ball. Foto: ptjtluckys_pictures

„Im Sechs-Punkte-Spiel gegen den ETV spielen wir 2:2. Das sind dann drei Punkte“, so das süffisante Fazit des Bremer SV nach der Punkteteilung im Regionalliga-Kellerkick beim Eimsbütteler TV. Der Hamburger Aufsteiger konnte eine schnelle Führung zu Beginn der zweiten 45 Minuten am Ende nicht in einen „Dreier“ ummünzen. „Es wäre mehr drin gewesen, hätte aber auch in die andere Richtung kippen können. Deshalb finde ich, dass der Punkt im Endeffekt gerechtfertigt ist“, brachte es Jonas Struckmann, der den berufsbedingt abwesenden Khalid Atamimi auf der Trainerbank der Hausherren vertrat, auf den Punkt.

Hätte, wäre, wenn – aber das Leben ist nun mal kein Konjunktiv. Und dennoch haderte der ETV am Ende vor allem mit einer Szene: „Es gibt die klare Regel, dass der Torwart auf der Linie bleiben muss“, sprach Struckmann auf eben jene Situation an, die sich in der 69. Minute abspielte. Nach einem regelwidrigen Vergehen vom ansonsten starken Malik Yago gegen Justin Sauermilch bekam der Gast aus Bremen einen Strafstoß zugesprochen. Mamadou Diop übernahm die Verantwortung, scheiterte aber an Viktor Weber! Zum Leidwesen des ETV wurde der „Elfer“ jedoch wiederholt. „Er kippt vielleicht ein bisschen nach vorne, weil der Schütze im Anlauf etwas verzögert. Manchmal wird das weggepfiffen, manchmal nicht. Das ist so eine 50:50-Sache. Ich glaube, dass sieht die Linienrichterin deutlich besser als jeder andere – und wenn sie das so gesehen hat, dann ist vollkommen in Ordnung“, so ein sportlich überaus fairer Struckmann. „Natürlich ist das unglücklich für uns, weil das Momentum erstmal da ist und dann doch wieder gekillt wird.“

"Das waren zwei richtig harte Nackenschläge"

Dominik Akyol (Mi.) bejubelt seinen Führungstreffer und zeigte auch ansonsten eine starke Leistung. Foto: ptjtluckys_pictures

Denn im zweiten Anlauf behielt Diop die Nerven und schweißte humorlos in die Mitte des Tores zum 2:1 für die Gäste ein (70.)! Aber das Positive aus ETV-Sicht war, „dass wir nach den beiden Rückschlägen nochmal zurückgekommen sind. Ein Lob an die Mannschaft, weil das zwei richtig harte Nackenschläge und sehr unglückliche Gegentore waren. Wenn man darauf so eine Antwort zeigt und selbst noch zu zwei, drei Möglichkeiten kommt, dann ist das schon gut“, konstatierte der Co-Trainer des Aufsteigers.

Nur sehr schleppend kam der ETV in die Partie. „Es hätte auch schnell in eine andere Richtung kippen können“, gab Struckmann hinterher unumwunden zu. „Aber wir haben uns gut angepasst, das Spiel angenommen und die Zweikämpfe im Zentrum geholt.“ Und vor allem: Einen Blitzstart im zweiten Abschnitt hingelegt. Über Niklas Bär und Maurice Boakye, der mustergültig querlegte, kam die Kugel zu Dominik Akyol, der das Spielgerät nicht voll traf – und dennoch im Glück war. 1:0 für die Hausherren (47.)! Doch dann passierte das, was Struckmann bereits ansprach: Die Begegnung kippte innerhalb weniger Minuten.

"Die Reaktion darauf war top von der Mannschaft"

Beim ersten Elfer, den Viktor Weber (Mi.) parierte, bewegte sich der ETV-Keeper zu früh von der Linie. Foto: ptjtluckys_pictures

„Das ist immer unglücklich – sowohl vom Spielverlauf als auch vom Gefühl, weil man gut aus der Halbzeit gekommen ist und ein schnelles Tor gemacht hat. Und es ist natürlich massiv unglücklich, dass wir wieder so ein Tor fangen, was von der Art und Weise her ähnlich ist, wie schon in den letzten Wochen.“ Obwohl der ETV im eigenen Sechzehner in Überzahl war, konnte Sauermilch am zweiten Pfosten ohne jeglichen Gegnerdruck einköpfen (55.). Es folgte der Wiederholungs-Elfmeter durch Diop zum 2:1 für den BSV (70.). Der Genickbruch für die Eimsbütteler? „Die Reaktion darauf war top von der Mannschaft“, lobte Struckmann seine Schützlinge, die nicht aufsteckten.

"Wir sind auf einem sehr guten Weg"

Die Entstehung des 2:2-Ausgleichs: Dominik Akyol (Mi.) köpft den Ball am ehemaligen Altonaer Keeper Jasin Jashari vorbei. Foto: ptjtluckys_pictures

Der verdiente Lohn: Das 2:2 durch Bär. Der Treffer ging aber zu einem großen Prozentsatz an Akyol, der einen langen Ball von Samuel Olayisoye mit dem Kopf am herausstürzenden Jasin Jashari vorbei- und schließlich perfekt querlegte für den heranrauschenden Bär (74.)! In der Schlussphase hatten beide Teams die Chance auf den „Lucky Punch“. Bär verfehlte nach abermaliger Akyol-Vorarbeit nur knapp den Doppelschlag (76.), ehe Boakye im allerletzten Moment von Sauermilchs überragendem Tackling gebremst wurde (88.). Auf der anderen Seite stand Diop die Unterkante der Latte im Weg (84.). Und auch Jan-Luca Warm fehlten nach Bärs verunglückter Klärungstat nur Zentimeter (90.).

„Wir müssen diese ganze Saison als Prozess sehen. Das ist für uns komplettes Neuland. Ganz viele Spieler haben bisher noch nicht in der Regionalliga gespielt. Wir mussten erstmal in der Liga ankommen. Das hat man am Anfang gemerkt. Im Oktober haben wir nur ein Spiel verloren und fünf Punkte geholt. Das ist schon mal super. Und ich glaube, wir sind auf einem sehr guten Weg“, bilanzierte Struckmann – und meinte abschließend: „Wir gucken nicht so viel auf die Tabelle, sondern eher auf uns und unsere Entwicklung in diesem Prozess. Dann schauen wir mal, wo wir am Ende landen.“

HIER gibt es die komplette Bilder-Galerie zum Spiel!