Regionalliga Nord
34. Spieltag


SC Weiche Flensburg 08

0

:

2


FC Eintracht Norderstedt

Anpfiff

Sa - 18.05. 15:30 Uhr

Spielstätte

Manfred-Werner-Stadion

Zuschauer

1724

Schiedsrichter

Daniel Piotrowski

Regionalliga Nord

Norderstedt jubelt: Der „goldene Schuss“ des „Goldjungen“ sorgt für „goldenen Abschluss“!

Die Eintracht bleibt drin! Norderstedt bejubelt den Klassenerhalt in der Regionalliga Nord. Foto: Heiden

Noch nie hat der FC Eintracht Norderstedt beim SC Weiche Flensburg 08 gewonnen. Doch trotz der bisherigen alles andere als vielversprechenden Bilanz versprühte Cheftrainer Jean-Pierre Richter schon nach der äußerst unglücklichen 0:2-Niederlage gegen den SV Meppen blanken Optimismus. „Wir waren bestens vorbereitet auf den Gegner und selbstbewusst genug, auf die eigenen Stärken zu schauen“, so Richter mit Blick auf den großen Showdown. Die Ausgangslage war klar: Der Eintracht reichte im Abstiegs-Endspiel ein Punkt, um den Klassenerhalt perfekt zu machen – während Weiche den „Dreier“ zwingend benötigte (alle Highlights im LIVE-Ticker).

Der SC Schwarzenbek feuerte die Eintracht auf der Tribüne lautstark an - und steigt durch den Sieg nun selbst auf. Foto: Heiden

„Es war ein sehr emotionales Spiel, in dem man gerade auch Mitte der zweiten Halbzeit gemerkt hat, dass es für beide Seiten um sehr viel geht. Die Spannung war auf jeden Fall zu spüren“, befand Richter, der seinen Mannen das Selbstvertrauen einimpfte und den richtigen Matchplan mit an die Hand gab. Denn: „Wir haben Ball und Gegner über weite Teile des Spiels gut laufen lassen, vom eigenen Tor weggehalten und Chancen rausgespielt, wenn auch nicht immer zwingend.“ Aber: „Am Ende haben wir mit viel Kampf, mit viel Leidenschaft und mit viel Herz defensiv alles wegverteidigt und hatten auch das nötige Spielglück.“

Brendel verpasst vom Punkt - Weiche komplett harmlos

Nick Selutin (Mi.) bejubelt seinen Führungstreffer zehn Minuten vor Ultimo. Foto: Heiden

Wenngleich seine Equipe die erste große Gelegenheit zur Führung noch nicht zu nutzen wusste. Nach einer kleinen Slapstick-Einlage von Finn Wirlmann, der so lange zögerte, bis Manuel Brendel ihn gestellt hatte, ehe er zu Boden fiel, ein Offensivfoul geahndet haben wollte, aber stattdessen mit der Hand auf dem Ball landete, einen Elfmeter verursachte und zu allem Überfluss auch noch glatt Rot sah, scheiterte Brendel vom Punkt an Jesper Heim (66.). Nichtsdestotrotz: Norderstedt hatte nun den Vorteil der numerischen Überzahl gegen einen Kontrahenten, dem nichts einfiel.

Dafür, dass die Elf von Chefcoach Torsten Fröhling zwingend siegreich sein musste, war das, was von Weiche kam, entschieden zu wenig. In der Offensive strahlte der „Angstgegner“ der Eintracht so gut wie gar keine Torgefahr aus. Erst in der 93. (!) Minute musste Gäste-Keeper Arne Exner in Folge eines Eckballes seine Klasse unter Beweis stellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Flensburg längst die Harakiri-Taktik ausgepackt. Zumal die Garstedter in jenem Moment bereits auf die Siegerstraße abgebogen waren, weil Richter ein goldenes Händchen bewies.

Selutin sorgt für Jubel - auch beim SC Schwarzenbek

Wenige Augenblicke zuvor eingewechselt, hatte Youngster Jack James (Mi.) seinen Impact auf das Spiel. Foto: Heiden

In der 62. Spielminute betrat Nick Selutin den Platz im Manfred-Werner-Stadion. „Mit ‚Selus‘ Einwechslung hatten wir den goldenen Jungen, der uns mit seinen Toren entlastet hat“, strahlte Richter nach Spielschluss, da sein Joker ganz Norderstedt zehn Zeigerumdrehungen vor Ultimo erlöste, als sich ein Flensburger Eckball zum Bumerang entwickelte. Brendel profitierte von einem Stockfehler von Jannic Ehlers, ehe Florian Meier postwendend auf halbrechts für Selutin durchsteckte. Trockener Abschluss ins lange Eck – Führung (80.)!

Nicht nur auf der Bank der Mannen von der Ochsenzoller Straße brach kollektiver Jubel auf, auch auf der Tribüne, wo Norderstedt sowohl vom eigenen Anhang als auch von der Bezirksliga-Mannschaft des SC Schwarzenbek lautstark unterstützt wurde. Der Vize-Meister der Ost-Staffel und Quotienten-beste Zweitplatzierte hoffte auf einen Eintracht-Erfolg, um im Falle des Klassenerhalts der Richter-Rackerer selbst in die Landesliga aufzusteigen. Und schlussendlich konnten sowohl Norderstedt als auch Schwarzenbek feiern!

Youngster James zeigt sich uneigennützig

Den uneigennützigen Querpass von James musste Nick Selutin (re.) nur noch ins verwaiste Eckige bugsieren. 2:0 und Ekstase pur! Foto: Heiden

Denn mit dem Schlusspfiff sorgte Selutin für pure Ekstase, nachdem Andre Wallenborn eine Ehlers-Hereingabe abfing und der ebenfalls eingewechselte Jack James seinem Gegenspieler Tobias Fölster nur noch die Hacken zeigte. „Dafür haben wir ihn mit reingenommen und deshalb sollte er ins Spiel kommen, damit wir diese Umschaltmomente kriegen“, erklärte Richter – und fasste die Erkenntnis: „Umso schöner, dass er in dem Moment die Qualität hat, nicht egoistisch das 2:0 selbst machen zu wollen, sondern uneigennützig querzulegen. Das ist auch eine Stärke, die er hat – bei aller Torgefahr, die er ausstrahlt.“ Und so hatte Selutin keinerlei Mühe mehr (90. +8)!

"Freuen uns, dass die Saison jetzt vorbei ist"

Eintracht-Coach Jean-Pierre Richter feiert den Klassenerhalt vor und mit dem eigenen Anhang. Foto: Heiden

„Wir hatten alles selbst in der Hand, waren in der besseren Position – und die Mannschaft hat geliefert. Davon waren wir die ganze Zeit überzeugt. Und ich glaube, das hat auch die Statistik der letzten Wochen ausgemacht, dass wir sehr selbstbewusst anreisen durften. Deswegen freuen wir uns, dass die Saison jetzt vorbei ist“, fiel auch von „JPR“ eine ganze Last ab. „Für mich persönlich war es sehr intensiv, ich glaube aber, für den Verein, alle Spieler und Funktionsträger noch intensiver, weil sie das über die ganze Saison durchleben mussten“, stieß er selbst als Retter erst Mitte März dazu. „So ein Finish auf der Ziellinie ist der goldene Abschluss gewesen!“