Oberliga Hamburg
33. Spieltag


SV Rugenbergen

6

:

3


SV Curslack-Neuengamme

Anpfiff

Sa - 08.04. 14:00 Uhr

Spielstätte

Sportzentrum Bönningstedt

Zuschauer

--

Schiedsrichter

Leif Jischkowski (vfL 93)

Oberliga

Rugenbergen feiert Schützenfest gegen die Schießbude ohne Rückwärtsbewegung!

Henry Koeberer (re.) brachte die Bönningstedter nach nicht mal 90 Sekunden in Führung und durfte sich gegen die Schießbude der Liga doppelt in die Torschützenliste eintragen. Foto: KBS-Picture.de

„Wir müssen das jetzt so hinnehmen“, machte Nils Hachmann seinem Ärger nach der 1:4-Pleite bei Altona 93 Luft. Es sei „eine Katastrophe für uns, drei Spiele in fünf Tagen zu absolvieren“, schimpfte der Trainer des SV Rugenbergen. „Da wird man als Rasenverein bestraft – dabei haben wir das ja nicht mit Absicht gemacht“, sprach er auf die vielen Spielausfälle aufgrund des nicht bespielbaren Platzes im Sportzentrum Bönningstedt an, fügte aber gleichzeitig an: „Das betrifft Hamm oder auch Türkiye genauso.“ Was Hachmann besonders sauer aufstieß: Zu Corona-Zeiten wurde die Oberliga geteilt und der Spielplan entzerrt. „Damals war das gesundheitsgefährdend, aber drei Spiele in fünf Tagen offenbar nicht.“

Mark Zimmermann (li.) zeigte eine starke Leistung und trug mit tollen Pässen zum 6:3-Erfolg seines SVR entscheidend bei. Foto: KBS-Picture.de

Dass seinen Bönningstedtern im Oberliga-Abstiegskampf nun etliche „englische Wochen“ ins Haus stehen, sei „entweder in totaler Rhythmus-Gewinn, weil wir einfach nur Spiele haben“, oder aber, „wenn es ganz schlecht läuft, dass wir noch mehr Verletzte haben. Dann ist ‚Game over‘“, betonte Hachmann jedoch, „gar nicht nach Ausreden suchen“ zu wollen. Obwohl er zuletzt nur 14 gesunde Feldspieler zur Verfügung hatte, seien die Positionen besetzt. „Die Jungs wollen alle spielen, dann sollen sie auch Leistung bringen!“

Was ihn zuversichtlich stimmt: „Dass wir es in der eigenen Hand haben. Das war vorher nicht der Fall. Wir haben zum Teil sechs Spiele Rückstand und müssen vier Punkte aufholen“, zumindest auf den Hamburger SV III. „Das haben wir uns erspielt und ich glaube auch an die Qualität der Spieler“, vertraut Hachmann auf die Stärke im eigenen Kader, machte aber auch keinen Hehl daraus, dass nun Spiele anstehen, „die wir gewinnen müssen“.

Curslack wird auseinandergepflückt

Patrick Hoppe (li.), ebenfalls doppelter Torschütze, und Hendrik Rühmann hatten gut lachen. Foto: KBS-Picture.de

Angefangen mit dem Heimspiel gegen den SV Curslack-Neuengamme. Das Oberliga-Schlusslicht, das bereits für die Landesliga planen kann, reiste mit dem letzten Aufgebot nach Bönningstedt – und präsentierte sich in der Rückwärtsbewegung wie ein wild gewordener Hühnerhaufen! Das Defensivverhalten? Gar nicht vorhanden! Rugenbergen hatte zu Beginn leichtes Spiel, führte schnell mit 3:0 – aber: Der SVCN zeigte zumindest Moral und hatte nach vorne ebenfalls Aktionen.

Doch der Reihe nach: Nicht mal 90 Sekunden dauerte es, bis Hendrik Rühmann mit einem langen Ball aus dem Zentrum für blankes Chaos in der SVCN-Defensive sorgte. Henry Koeberer entwischte Moritz Kühn, legte den Ball an Leon Giese vorbei und schob ins verwaiste Tor ein (2.). Nur wenige Augenblicke später: Mark Zimmermann mit dem langen „Diago“ auf rechts, wo Jan Schrage davon eilte und Hendrik Rühmann im Rückraum bediente. Dieser drang in den Sechzehner ein, Mitspieler Patrick Hoppe luchste ihm das Leder ab und schoss ungehindert aus fünf Metern sowie aus der Drehung ein (5.). Und es ging weiter: Zimmermann narrte und düpierte die linke Abwehrseite der Gäste nach Strich und Faden, Hoppe legte die flache Hereingabe mit dem ersten Kontakt ab – und Marlon Stannis hatte keine Mühe mehr (28.)!

SVCN zeigt Moral - doch dann geht's dahin

Ein bedröppelter Patrick Hartmann - nachdem er den Elfmeter von Witalij Wilhelm noch stark parierte, gegen den Nachschuss aber machtlos war. Foto: KBS-Picture.de

Curslack drohte ein echtes Debakel! Doch dann stocherte Ron Borgmann das Runde nach einer Flanke von Luca Winterfeld und einem Abschluss von Witalij Wilhelm, den Patrick Hartmann zunächst noch entschärfen konnte, irgendwie ins Eckige (31.). Ein Weckruf. Denn nur kurz darauf zeigte Referee Leif Jischkowski (VfL 93) nach einem vermeintlichen Vergehen von Denis Urdin gegen Borgmann auf den Punkt. Wilhelm scheiterte am glänzend reagierenden Hartmann, verkürzte aber im Nachschuss auf 2:3 (39.)!

Wer nun allerdings glaubte, die Partie würde noch einmal kippen, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Aus einem Einwurf (!) der Gäste resultierte der postwendende Gegenzug. Bezeichnend für die Konterabsicherung der „Gramkowwegler“, dass der SVR leichtes Spiel hatte. Über Stannis, Zimmermann und Hoppe kam die Kugel zu Leon Neumann, der den bemitleidenswerten Giese umkurvte und locker zum 4:2 einschob (50.). Nachdem Zimmermann in Folge eines Doppelpasses mit Stannis das wohl vorentscheidende 5:2 noch knapp verpasste, leitete ein Fehlpass von Timo Czech den nächsten Angriff der Hausherren ein. Die gerade erst eingewechselten Taylan Güvenir und Yannik Kurowski von rechts setzten Hoppe in der Mitte in Szene – drin (61.).

"Gramkowwegler" knacken 100-Gegentor-Marke

Ein entsetzter Gianluca Babuschkin auf der Bank des SVCN. Foto: KBS-Picture.de

Dann hatte Koeberer nach Hoppes feinem Zuspiel freie Bahn und alle Zeit der Welt – das halbe Dutzend war voll (65.)! Nicht nur das. Für den SVCN war das der 100. (!) Gegentreffer in der laufenden Saison. Unglaublich! Die Gäste um Spielertrainer Marcello Meyer, der das Elend als Aktiver auf dem Platz durchleben musste, konnten letzten Endes nur noch Ergebniskosmetik betreiben, als Jannik Mohr das Runde nach einer lang gezogenen Wihlem-Ecke, die Hartmann unterlief, ins Eckige wurschtelte (70.). Aber: Die „Hachmänner“ sind durch den 6:3-Erfolg „back in business“!