Regionalliga Nord

„Ich muss mich nicht an Toren messen lassen, auch wenn es schön ist, sie zu erzielen“

23. Juli 2020, 10:00 Uhr

Fabio Parduhn bei seiner Premiere im Teutonia-Trikot am vergangenen Wochenende in Meckelfeld. Foto: Both

Das Lob kam aus berufenem Munde. „Er ist auf jeden Fall ein interessanter Spieler für uns“, sagte Achim Hollerieth am vergangenen Samstag nach dem Auswärts-Testspiel des FC Teutonia 05 beim TV Meckelfeld über Fabio Parduhn. „Wir wollen ihn haben. Er ist ein guter Spieler, der Regionalliga-Erfahrung hat, vorne alles spielen kann, laufstark ist und ein tolles Spielverständnis hat“, hatte Liborio Mazzagatti schon tags zuvor verlauten lassen. Letztlich waren sich Teutonias neuer Trainer und der Sportliche Leiter des Regionalliga-Aufsteigers in ihrer Beurteilung so einig, dass „T05“ nach dem Meckelfeld-Match die berühmten Nägel mit Köpfen machte und Parduhn verpflichete. Uns hat der 25-Jährige verraten, warum er sich für Teutonia entschieden hat, wie schwer ihm sein Abschied beim VfB Lübeck fiel und was er mit seinem neuen Club vorhat.

Dabei ist es gerade gar nicht so einfach, überhaupt Zeit für ein Gespräch mit Fabio Parduhn zu finden. Kaum nämlich war der Vertrag nach einem guten Testspiel-Auftritt des Ex-Lübeckers am Samstag unterschrieben, da hatte Parduhn zu Wochenbeginn schon richtig viel zu tun: Nicht nur das Training bei Teutonia steht auf dem Programm, sondern auch die Suche nach einer Wohnung. „Momentan wohne ich in Hamburg bei meiner Schwester. Aber ich bin jeden Tag auf der Suche nach einer eigenen Wohnung. Ich möchte unbedingt nach Hamburg ziehen. Auch, wenn es aus Lübeck eigentlich gar nicht so weit ist. Aber ich möchte hier her, um mich voll auf den Fußball konzentrieren zu können. Ich habe wenig Lust darauf, dass vielleicht mal eine Bahn ausfällt, wenn ich aus Lübeck zum Training fahren würde“, umreißt Parduhn seine derzeitigen Aktivitäten und sein Vorhaben für die nahe Zukunft.

„Ich bin von der ersten Minute an sofort sehr herzlich und offen aufgenommen worden“

Zuletzt spielte der 25-Jährige beim VfB Lübeck und will nun seine Erfahrung beim neuen Verein einbringen. Foto: Both

Dass diese nun beim FC Teutonia 05 und nicht mehr an der Lohmühle liegt, hat zwei Gründe: Zum einen verlängerte der VfB nach dem feststehenden Aufstieg in die Dritte Liga den Vertrag des 25-Jährigen nicht mehr, zum anderen „hat mich das Gesamtpaket bei Teutonia einfach überzeugt“, sagt Parduhn und präzisiert nach seinem Probetraining in der vergangenen Woche und dem Testspiel in Meckelfeld: „Ich hatte ein paar andere Angebote. Auch aus der Regionalliga Nord. Aber ich hatte bei Teuronia eine Woche Zeit, die Jungs und das Umfeld kennenzulernen und die konnten mich kennenlenen. Ich war vom ersten Training an von der Qualität überzeugt und habe mich dann dazu entschieden, dass ich zu Teutonia möchte. Der Verein wollte mich auch, daraufhin haben wir am vergangenen Samstag den Vertrag unterschrieben.“

Er habe sich, so verrät uns der Offensivakteur, bei „T05“ direkt wohlgefühlt. „Ich kannte bis dahin keinen Spieler persönlich, sondern nur flüchtig den einen oder anderen, den man mal auf dem Feld gesehen hat. Aber ich bin von der ersten Minute an sofort sehr herzlich und offen aufgemommen worden. Da war sofort ein Vertrauen da und das hat sich in den Tagen danach im Training weiter bestätigt“, so Parduhn, der „bei Teutonia ein Führungsspieler sein will – das ist mein Anspruch. Ich hoffe, dass das Trainerteam das auch so sieht. Ich hoffe zudem natürlich zunächst einmal, dass ich viel Spielpraxis bekomme und möchte gerne die Erfahrung, die ich mitbringe, zu 100 Prozent einbringen. Ich habe in den letzten Jahren in der Regionalliga viel gelernt.“

„Wenn der VfB sich entscheidet, nicht zu verlängern, hab' ich wenig Spielraum“

Aktuell befindet sich Parduhn (vo.) neben den Trainingseinheiten auf Wohnungssuche in Hamburg. Foto: Both

Dass es für ihn auf der Lohmühle beim VfB nicht mehr weiterging, „war für mich nicht einfach. Ich bin ein Lübecker Junge und quasi aus der Kurve auf den Platz gekommen. Ich habe mich logischerweise sehr darüber gefreut, dass wir den Aufstieg in die Dritte Liga geschafft haben, aber wenn sich der Verein dann entscheidet, den Vertrag nicht zu verlängern, habe ich wenig Spielraum. Durch Corona und die Frage, wie es in der Regionalliga Nord mit der Aufstiegsregelung aussehen wird, was ja lange unklar war, hat sich das Ganze zeitlich etwas nach hinten geschoben“, gewährt uns Parduhn einen Einblick in seine Gefühlslage, um aber anschließend auch direkt klarzustellen: „Das Kapitel Lübeck ist damit jetzt abgehakt. Meine Einstellung ist die, nach vorne zu blicken. Mein Fokus liegt jetzt voll auf Teutonia 05.“

Und was er dort vorhat, ist für Fabio Parduhn klar. „Ich denke, als Aufsteiger sollten wir erstmal kleine Brötchen backen und uns prinzipiell erstmal darauf konzentrieren, den Klassenerhalt perfekt zu machen“, sagt der 25-Jährige, macht aber aus seiner Motivation und seinem Ehrgeiz kein Geheimnis: „Als Fußballer willst du jedes Spiel gewinnen. Mal sehen, was in der Saison so passiert.“ Das gilt auch in Bezug auf seine eigene Person, wie er verdeutlicht: „Im Endeffekt steht der Teamerfolg ganz vorne. Ich möchte dabei meinen Teil entsprechend dazu beitragen.“ Damit meint Parduhn in erster Linie, die Truppe zu führen und seine Erfahrung weiterzugeben, denn eines stellt er klar: „Ich muss mich nicht an Toren messen lasse – auch wenn es schön ist, sie zu erzielen!“ 

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