Landesliga Hansa

„110 Prozent gebracht“: Ohe bezwingt DSV, der „mehr Spielanteile hatte“

Voran feiert 2:1-Sieg gegen Düneberg – Zwei Mal glatt „Rot“ am Amselstieg

23. März 2019, 01:09 Uhr

Ein Bild, dass alles sagt: Die Oher jubeln, DSV-Keeper Dmoenic Kikillus (re.) sitzt am Boden. Foto: Zerbian

Schiedsrichter Tobias Nawo hatte nicht unbedingt so viel Spaß am Spiel zwischen dem FC Voran Ohe und dem Düneberger SV, dass er letztlich insgesamt acht (!) Minuten nachspielen ließ. Nein, dass der Referee eine so großzügige „Overtime“ an die 90 regulären Minuten hinten dran hing, war dem Geschehen auf dem Platz geschuldet. Denn beim 2:1-Erfolg der Oher gegen die abstiegsbedrohten Gäste war vor 251 Zuschauern auf dem Rasen am Amselstieg doch so einiges los. Gleich zwei Mal stand dabei auch Spielleiter Nawo im Mittelpunkt des Geschehens.

So zum Beispiel nach 83 Minuten. Ohes Yannick Andersson legte an der Mittellinie DSV-Offensivmann Dennis Utecht. Nawo eilte heran und zeigte „Rot“. Ohe musste die letzten Minuten, die lang werden sollten, zu zehnt überstehen. Als die Uhr schon in der Nachspielzeit war, zückte Nawo dann noch einmal den berühmten „Carton rouge“ – diesmal auf der Gegenseite. Das Einsteigen von Dünebergs Marcel Jeremias gegen Ohes Keeper Paul Malik wertete Nawo als grobes Foul. Apropos Foul: Schon nach drei Minuten hatte Schiri Nawo ein elfmeterwürdiges Vergehen im DSV-Strafraum ausgemacht, als Timo Bressel von Joscha Behrens zu Fall gebracht wurde. Robin Woost trat zum Duell gegen Dünebergs Schlussmann Domenic Kikillus an – und blieb Sieger. Damit führte Ohe.

Seibert: „Wir nehmen die drei Punkte gern, auch wenn es kein souveräner Sieg war“

Platzverweis Nummer zwei; Referee Tobias Nawo (re.) zeigt Dünebergs Marcel Jeremias die Rote Karte. Foto: Zerbian

Und die Hausherren legten nach: Diesmal schlüpfte Woost in die Rolle des Vorbereiters. Nachdem er von Bressel, der einen Ballverlust der Gäste genutzt hatte, bedient wurde, leitete Woost die Kugel in die Spitze auf Marco Braesen weiter und der vollendete zwei Minuten vor der Pause auf 2:0 für Ohe. Weit nach dem Seitenwechsel kam Düneberg dann kurz nach der Roten Karte für Andersson in Überzahl zum Anschlusstreffer. Jannik Wöhl spielte einen langen Ball nach vorne, wo Tolga Cosgun als Abnehmer wartete und das runde Leder an Voran-„Goalie“ Malik vorbei zum 1:2 aus Sicht der Schützlinge von Coach Dennis Tornieporth über die Linie brachte (87.).

„Es war die erwartet schwere Partie. Wir wussten, dass das ein Kampfspiel wird, das nicht viel mit Fußball zu tun hat. Die erste Halbzeit war in Ordnung. Wir hätten die eine oder andere Chance mehr nutzen können. Aufgrund der zweiten Hälfte hätten wir uns am Ende nicht beschweren können, wenn wir hier mit nur einem Punkt runtergehen“, bilanzierte Ohes Übungsleiter Rainer Seibert und erklärte: „Düneberg hatte mehr Spielanteile, wir die größeren Chancen. Allerdings hatte auch der DSV noch eine große Gelegenheit, bei der Paul Malik gut hält. Wir nehmen die drei Punkte gern, auch wenn es kein souveräner Sieg war.“ Auch, wenn er auf diverse Akteure verzichten musste, hätten „die Spieler, die auf dem Platz standen, 110 Prozent gebracht – so wie ich das gefordert habe. Sie haben die Vorgabe voll erfüllt“, so Seibert abschließend.

Jan Knötzsch

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