Regionalliga Nord

Auch mit neuem Keeper: Norderstedt tritt weiter auf der Stelle

16. Oktober 2021, 18:43 Uhr

Sein Tor reichte erneut nicht zum Sieg: Jan Lüneburg (re.) - hier gegen Dustin Thiel - brachte die Eintracht früh in Front, am Ende gab's das vierte Remis in Serie. Foto: noveski.com

Am Ende würde er sich schwer damit tun, das Ergebnis „richtig einzuordnen“, so Norderstedt-Coach Jens Martens. „Bis zur 85. Minute konnten wir froh sein, dass wir das 1:1 gehalten haben. Dann hat sich die Mannschaft nochmal gestrafft – und am Ende hätten die zwei Chancen noch zum Sieg führen können“, sprach er auf folgende Szenen an. Zunächst rutschte ein völlig freistehender Philipp Müller an einer Hereingabe von Jonas Behounek vorbei (82.), dann schädelte Jan Lüneburg eine Flanke von Dane Kummerfeld knapp über den Kasten (89.). Schluss!

Die Eintracht-Führung: Jan Lüneburg (re.) nickt eine Kummerfeld-Ecke zum 1:0 ein. Foto: noveski.com

Die Kombination, die das Spiel abschloss, eröffnete das Geschehen auch: Eine Ecke von Kummerfeld nickte Lüneburg zur frühen Eintracht-Führung in die Maschen (8.)! Aber: „Nach den ersten zehn Minuten haben wir unsere Spielweise nicht mehr so durchgedrückt, wie wir uns das vorgenommen haben. Da ist Phönix deutlich besser ins Spiel gekommen“, gestand Martens, der vor der Partie mit einer Personalie überraschte: Zwischen den Pfosten nahm das Trainerduo der Garstedter einen Wechsel vor.

Rakocevic ersetzt Huxsohl im Eintracht-Tor

Für Lars Huxsohl stand Stefan Rakocevic im Kasten. „Wir haben eine vernünftige Analyse nach der Hinserie gemacht und festgestellt, dass wir 18 Gegentore bekommen haben. Das sind 1,8 Gegentore pro Spiel. Da muss man dann auch einfach mal einen Impuls setzen und einem Torwart, der die ganze Zeit gut trainiert und sich sauber verhalten hat, die Chance geben – ohne damit sagen zu wollen, dass unser Torwart alleine für 18 Gegentore verantwortlich ist“, erklärte Martens hinterher. Huxsohl habe die Entscheidung, die zunächst für die kommenden drei Spiele ist, „professionell“ aufgenommen.

Rakocevic überragt, Budimbu trifft

Stefan Rakocevic stand bei der Eintracht zwischen den Pfosten und zeigte vor allem in der ersten Hälfte eine ganze starke Leistung. Foto: noveski.com

Und Rakocevic? Der verrichtete im ersten Abschnitt einen Top-Job, parierte gegen Arnold Budimbu (11.), kratzte dann einen abgefälschten Distanzschuss von Björn Lambach aus dem Winkel (20.) und entschärfte gegen den frei vor ihm auftauchenden Haris Hyseni (24.). Nicht umsonst stellte Martens hinterher fest: „Das Gegentor hätten wir auch schon in der ersten Halbzeit bekommen können.“ Stattdessen fing man sich das 1:1 kurz nach der Pause ein, als Rakocevic einen Schuss von Fabian Graudenz noch abwehren konnte, aber Budimbu im Nachsetzen abstaubte (53.). Zuvor hatte sich Elias Saad verzettelt und den Ball verloren.

In der Schlussphase fing sich die Eintracht wieder, der Siegtreffer sollte aber nicht mehr herausspringen. „Das ist uns momentan offenbar nicht möglich, weil wir leider unsere Leistung, zu der wir eigentlich imstande sind, nicht über 90 Minuten auf den Platz bekommen“, haderte Martens nach dem vierten Unentschieden in Folge. „Natürlich nervt das. Die Mannschaft ist auch genervt“, machte er keinen Hehl daraus, könne seiner Truppe aber „vom Einsatzwillen nichts vorwerfen“. Allein die Konsequenz fehlt den Garstedtern zurzeit.

"Müssen anfangen, auch mal dreifach zu punkten"

Etwas Glück hatte Rakocevic (re.) in jener Szene, als er Phönix-Torschütze Arnold Budimbu (Mi.) auf den Fuß tritt, der Elferpfiff aber ausblieb. Foto: noveski.com

Auch Torschütze Lüneburg sah erste 45 Minuten, nach denen man „froh sein kann, dass wir führen“. Hintenraus habe er einen „offenen Schlagabtausch mit den hochkarätigeren Chancen für uns“ wahrgenommen. „Es wäre natürlich schön gewesen, wenn wir da den Luckypunch setzen.“ Als Tabellensiebter hat man zwei Punkte Rückstand auf den VfB Lübeck. Der Glaube an das Erreichen der Meisterrunde ist in Norderstedt nach wie vor da. „Auf jeden Fall. Wir müssen nur anfangen, jetzt auch mal dreifach zu punkten“, resümierte „Lüne“.

Autor: Dennis Kormanjos

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