Regionalliga Nord

ETV zahlt Lehrgeld: „Daraus müssen wir lernen“

01. August 2023, 08:53 Uhr

Maurice Osei Boakye erzielte das erste Regionalliga-Tor des Eimsbütteler TV. Zu etwas Zählbarem reichte es am Ende trotz 2:0-Führung nicht. Foto: noveski.com

Es sei „ein unbeschreibliches Gefühl“ gewesen, so Khalid Atamimi, „als einem vor dem Spiel nochmal vor Augen geführt und klar wurde, dass wir jetzt Regionalliga spielen“, blickte der Cheftrainer des Eimsbütteler TV gerade mal zwei Jahre zurück, als sein Verein noch in der Landesliga um Punkte kämpfte. „Dieser Sprung ist nicht hoch genug zu bewerten.“ Allerdings bringt dieser rasante sportliche Aufschwung auch jede Menge Herausforderungen mit sich und birgt durchaus die Gefahr, anfangs noch ein wenig Lehrgeld zu bezahlen. So erging es auch dem ETV im ersten Regionalliga-Spiel nach dem Aufstieg!

„Wir sind gut ins Spiel gekommen und hatten die eine oder andere Aktion“, sprach Khalid Atamimi vor allem die auffällige rechte Seite an, wo Tyrese Boakye und Jasper Hölscher die eine oder andere Situation kreierten. „Wir haben das ganz gut gemacht“, so Atamimi. Während Mit-Aufsteiger SC Spelle-Venhaus noch etwas nervös wirkte und Schwierigkeiten mit dem Tempo und dem variablen Spiel der Gäste hatte.

27 Minuten waren gespielt, als ausgerechnet Youngster Maurice Osei Boakye den ETV jubeln ließ. Nach einem Einwurf auf Höhe der Mittellinie ging es ganz schnell: Oskar Lenz und Finn Schütt im Zusammenspiel. Ersterer mit dem perfekten Ball aus dem rechten Halbfeld über die Kette, wo der 18-jährige Boakye goldrichtig stand, den linken Fuß reinhielt und ins lange Eck traf! Und der ETV legte unmittelbar nach Wiederanpfiff nach: Eine Lenz-Ecke von rechts wurde zu kurz abgewehrt, Schütt legte sich das Leder an der Strafraumgrenze zurecht und beförderte es mit der Pike in den linken Giebel – 2:0 für den ETV (50.)!

Slapstick-Situation bringt Spelle zurück

ETV-Coach Khalid Atamimi haderte nach der Niederlage: "Wir müssen daraus lernen." Foto: noveski.com

Bereits wenige Augenblicke zuvor hatte M. Boakye in einer Kontersituation nach Querpass von T. Boakye den zweiten Treffer auf dem Fuß. Oder besser gesagt: Sein Versuch mit der Hacke wurde vom Ex-Teutonen Janik Jesgarzewski gerade noch von der Linie gekratzt. Was dann jedoch passierte, verschlug selbst Atamimi die Sprache. Eine Slapstick-Aktion brachte die Hausherren, die kaum etwas dafür konnten, wieder zurück. Can Yildiz wollte einen harmlosen Ball klären, schoss dabei aber Mitspieler Benjamin Lucht an. Nutznießer war Timo Nichau, der auf und davon war und gegen die Laufrichtung von Viktor Weber zum Anschlusstreffer vollstreckte (72.). „Eine sehr unglückliche Situation“, haderte Atamimi.

"Wir müssen abgezockter werden"

Das 1:2 gab Spelle neue Hoffnung – und das Spiel kippte. Eine Ecke rutschte in den Rückraum durch, wo Niklas Oswald an der Sechzehnergrenze lauerte und rechts unten zum umjubelten 2:2 aus Gastgeber-Sicht einschoss (79.). Und es kam noch bitterer: Zwei Eimsbütteler agierten zu passiv, ließen eine Flanke auf den zweiten Pfosten zu – und Jip Kemna nickte ohne jeden Gegnerdruck zum 3:2-Sieg ein (85.). „Daraus müssen wir lernen, abgezockter werden und so ein Ergebnis über die Bühne bringen“, sprach Atamimi auf die 2:0-Führung seiner Mannen an. Am kommenden Sonntag will man im Derby gegen die U23 des FC St. Pauli die ersten Regionalliga-Punkte einfahren.

Autor: Dennis Kormanjos