„Fantastische“ Norderstedter demoralisieren unterirdische „Rothöschen“

„Ein verdienter Sieg - das muss man in aller Deutlichkeit sagen“

05. September 2018, 23:18 Uhr

Norderstedt im Jubelrausch! Starke Garstedter demoralisieren einen unterirdischen HSV-Nachwuchs. Foto: KBS-Picture.de

„Jetzt haben wir mit Norderstedt und Havelse zwei Spiele, wo die Devise klar sein muss, Punkte zu holen“, gab Steffen Weiß nach der enttäuschenden Vorstellung gegen den VfB Lübeck – wo seine HSV-U21 vor allem offensiv so gut wie gar nichts zustande brachte – die Marschroute vor dem Derby gegen die Garstedter vor. „Die Mission ist klar, das Spiel zu gewinnen!“, legte Weiß nach. Was allerdings nach den 90 Minuten folgte (Alle Highlights im LIVE-Ticker zum Nachlesen), war nicht nur die pure Ernüchterung, sondern fast schon eine bittere Abrechnung des Übungsleiters…

Eiskalt! Sinisa Veselinovic trifft vom Punkt zum 1:0. Foto: KBS-Picture.de

Ein Weitschuss von Moritz-Broni Kwarteng kurz vor der Pause, den Johannes Höcker glänzend aus dem Kreuzeck fischte (45.), eine Großchance vom eingewechselten Maximilian Geißen - erneut reagierte Höcker hervorragend (87.) - sowie der Ehrentreffer in der Schlussminute durch Khaled Mohssen (90.): Mehr brachte eine ideenlose und fast schon leblose U21 des Hamburger SV im Derby bei Eintracht Norderstedt nicht auf die Kette. „Ein verdienter Sieg - das muss man in aller Deutlichkeit sagen“, machte Coach Steffen Weiß gar keinen Hehl aus der Überlegenheit der Garstedter, die allerdings auch von eklatanten Aussetzern des Gegners profitierten. „Die Tore sind entstanden, weil der Gegner Fehler gemacht hat“, konstatierte auch EN-Trainer Dirk Heyne.

Weiß: "Wir scheitern an uns selbst!"

Patrick Storb (li.) mit einer reinen Frustration und dem harten Foul gegen Johann von Knebel. Foto: KBS-Picture.de

Vor dem 1:0 aus Hausherren-Sicht brachte Tobias Knost den links im Strafraum immer weiter nach außen abdriftenden Kangmin Choi auf unnötigste Art und Weise zu Fall. Den fälligen Strafstoß verwandelte Sinisa Veselinovic eiskalt - und zeigte, dass der Begriff „Elfmeter“ künftig kein Fremdwort für die Eintracht mehr sein muss (25.)! Das 2:0 leitete Jonas Behounek - bereits gegen Lübeck mit dem entscheidenden Blackout, der zum Gegentor führte - mit einem völlig verunglückten Einwurf direkt in die Füße von Nick Brisevac ein. Dieser bediente auf rechts Felix Drinkuth, der den Moment des Abschlusses zwar verpasste, aber - trotz einer Pirouette - die Übersicht behielt und Choi die Vorentscheidung auf dem Silbertablett servierte (55.)! „Wie schon beim 0:2 scheitern wir erneut an uns selbst“, brachte es Weiß nüchtern auf den Punkt.

Beim dritten Streich zeigte die Heyne-Equipe dem Profi-Nachwuchs in der Rückwärtsbewegung die Grenzen auf: Ein Flachpass vom eigenen Sechzehner, den Rico Bork spielte, reichte aus, um den Defensivverbund auszuhebeln und Drinkuth von Höhe der Mittellinie ins Laufen zu bringen. Der Linksfuß ließ sich nicht mehr aufhalten und jagte die Kugel aus 14 Metern halblinker Position ins Kreuzeck - zwar direkt unter die Latte, aber eben auch ins Torwarteck (67.)! Diesmal sah der weit aufgerückte Jakob Golz nicht ganz glücklich aus. In der Folge hätte EN die Führung gegen einen erschreckend desolaten Gegner sogar noch weiter ausbauen können. Stattdessen „schönte“ der Rothosen-Nachwuchs das Resultat in der Schlussminute (EN-Keeper Höcker: „Das stinkt mir gewaltig“), um wenige Augenblicke darauf in Person von Patrick Storb eine Rote Karte zu kassieren, die überflüssig wie ein Kropf war. An der Außenlinie mähte der eingewechselte Verteidiger Gegenspieler Johann von Knebel rüde um (90.)! 

Höcker muss nur zweimal zupacken - "Eigentlich hätte ich mehr erwartet"

Die Rote Karte war die logische Folge... Foto: KBS-Picture.de

„Wir haben in der ersten Halbzeit eine fantastische Leistung geboten und gezeigt, was es heißt, gegen den Ball zu spielen, keine Chancen zuzulassen und als Mannschaft zu verteidigen. Das einzige Manko - und das haben wir auch in der Halbzeit angesprochen: Das wir mit dem Ballbesitz, den wir haben, ein bisschen klüger umgehen müssen“, bilanzierte Heyne, der anfügte: „Was die Defensivleistung betrifft, war das eine durchgängig sehr, sehr gute Leistung.“ In dieselbe Kerbe sprang Johannes Höcker: „Sie hatten viel Ballbesitz, konnten daraus aber keine klaren Torchancen herausspielen. Wir standen hinten bis zum Schluss sehr gut“, so der Schlussmann, der zweimal stark zur Stelle war, aber mehr Arbeit erwartet hätte: „Eigentlich schon. Aber wenn man gesehen hat, wie die Mannschaft verteidigt hat, dann brauche ich gar nicht so viel zu machen.“

Das Derby noch einmal im 90-minütigen LIVESTREAM

Autor: Dennis Kormanjos

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