LL Hammonia

Hipp, hipp, TuRa! Aber: „Es war heute sehr einfach, uns zu schlagen!“

Harksheide erklimmt Hammonia-Spitze - doch Schwarzer sieht „kein gutes Spiel“

05. Oktober 2019, 01:10 Uhr

Das TuRa-Trio Christopher Micheel (li.), Leon Schulz und Daniel Meier jubelt - Frust hingegen bei den Gästen aus Nienstedten. Foto: Küch

"Am Ende", so TuRa-Trainer Jörg Schwarzer, habe man "das Ding gewonnen, weil wir oben stehen", und das nicht mehr "nur" in der Verfolgerrolle des HEBC, sondern tatsächlich ganz oben. Denn durch den 3:1-Sieg über den SC Nienstedten (alle Highlights im LIVE-Ticker) ist Harksheide - zumindest bis Sonntagmittag - neuer Spitzenreiter der Landesliga Hammonia. Doch Schwarzers Freude über den Sprung auf den Thron hielt sich in Grenzen. "Heute sind wir oben. Aber was nützt das am elften Spieltag?!" Dennoch sei es eine schöne Momentaufnahme - oder? "Für mich nicht." Der Übungsleiter stand noch zu sehr unter dem Eindruck der vorangegangenen 90 Minuten. Denn: "Wir haben heute wirklich kein gutes Spiel gemacht!"

TuRa-Torwart-Trainer Hendrik Manke (re.) echauffierte sich lautstark über zwei vermeintliche Abseitsentscheidungen und sah die Gelbe Karte. Foto: Küch

Damit brachte es Jörg Schwarzer ziemlich treffend auf den Punkt - und ging anschließend ins Detail: "Wir haben irgendwie überhaupt keinen Zugriff bekommen. Die Leichtigkeit, die wir sonst haben, war gar nicht da. Wir haben sehr viele Fehlpässe gespielt, die ganze Breite des Platzes nicht ausgenutzt und es Nienstedten damit einfach gemacht." Man hätte zu "viele Totalausfälle gehabt", wurde er deutlich. "Das kriegst du dann nicht kompensiert. Ich habe es schon in der Halbzeitpause gesagt, dass ich eigentlich gar nicht wusste, warum wir 2:0 führen", so Schwarzer, dessen Schützlinge durch "zwei merkwürdige Tore" auf die Siegerstraße abbogen. Beim Führungstreffer verteilten Nick Holzer und Yannick Reutter ein Gastgeschenk, das Daniel Meier - nach starker Vorarbeit von Christopher Micheel, der beherzt nachsetzte - anzunehmen wusste (25.). Auch beim 2:0 leistete Micheel die mustergültige Vorarbeit für Meier, der den Ball gar nicht richtig traf und trotzdem ins lange Eck kullern sah (38.). Mehr kam von TuRa nicht.

Basner pariert gegen Drinkuth, Schulz macht Deckel drauf

Felix Feuerlein (re.) versucht, den Ball im Spiel zu halten. Foto: Küch

So kritisch Schwarzer das Auftreten im ersten Durchgang auch beurteilte, viel besser sollte es nach Wiederanpfiff nicht werden. Im Gegenteil. Jakob Drinkuth hätte das 1:2 aus Gäste-Sicht erzielen müssen, beförderte die Kugel aber nicht ins völlig verwaiste Tor, sondern aus wenigen Metern - TuRa-Keeper Jonah Basner war bereits geschlagen - an die Latte (50.). Es hätte der Wachrüttler für die Mannen vom Exerzierplatz sein können, war es aber nicht. Jannis Dietze machte es wenig später nämlich deutlich besser als sein Teamkamerad und überwand Basner aus halbrechter Position im Torwarteck (58.). Nun schwamm der Anwärter auf die Tabellenspitze - und hatte es sechs Minuten vor Ultimo einzig seinem Torsteher zu verdanken, dass es nicht 2:2 hieß. Im Eins-gegen-Eins parierte Basner gegen Drinkuth, der von Malte Seemann in Szene gesetzt wurde, aber im Abschluss einen äußerst unglücklichen Abend erwischte. Und so machte Leon Schulz gegen aufgerückte Nienstedtener kurz darauf den Deckel drauf, als er ein Zuspiel des gerade erst eingewechselten Kjell Brumshagen mit einem technisch-feinen Lop veredelte - 3:1 (87.).

„Ich glaube schon, dass TuRa weiß, dass sie Glück hatten“

Leon Schulz bejubelt seinen Treffer zur Entscheidung. Foto: Küch

Schwarzers Fazit: "Ich glaube, es war heute sehr einfach, uns zu schlagen!" Und weiter: "Ob es nochmal so einfach wird, weiß ich nicht. Aber es ist auch mal ganz gut, dass wir bodenständig bleiben und in Ruhe arbeiten können." Während sein Gegenüber die Niederlage als unnötig empfand - und auf die Frage, warum man den Platz als Verlierer verlassen habe, entgegnete: "Weil wir Fehler gemacht haben, wo sie nicht notwendig waren - und weil wir Torchancen haben liegen lassen, wo wir Tore hätten machen können. Das ist im Prinzip ganz einfach erklärt", so Lewe Timm, der anfügte: "Ich glaube schon, dass TuRa auch weiß, dass sie Glück gehabt haben, dass sie es über die Bühne gekriegt haben." Das Glück des Tüchtigen war auf der Seite des neuen Hammonia-Leaders, der nun dem LOTTO-Pokal-Duell gegen den TuS Osdorf am kommenden Dienstag entgegenfiebert: "Natürlich werden wir versuchen, auch Osdorf wehzutun. Es ist zwar ein Klassenunterschied, aber wir haben eine gute Serie. Ich freue mich einfach darauf, mal wieder auf eine Mannschaft zu treffen, die uns massig fordern wird", blickt der Coach des neuen Rang-Ersten der Partie gegen den Oberligisten bereits voller Vorfreude entgegen.

Autor: Dennis Kormanjos

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