Landesliga 03

Olympia-Eistanz am Berner Heerweg: Wadhwa nimmt Punkt mit – „auch mit einem Lächeln“

13. Februar 2022, 19:41 Uhr

Rahlstedts Mohamed Giresse Fané (li.) im Kampf um den Ball mit Condor-Captain Ken Niederstadt. Foto: noveski.com

Wären die Spieler des SC Condor und des Rahlstedter SC bei den derzeit stattfindenden Olympischen Spielen in Peking am Start gewissen, hätten sie vermutlich den Kampf um die Medaillen im Eistanzen aufgenommen – und keine schlechten Chancen gehabt, am Ende ganz weit oben zu landen. Beide Teams kämpften – vor allem in der ersten Halbzeit – mit den widrigen Bedingungen auf dem Kunstrasenplatz am Berner Heerweg. Das Landesliga-Derby (alle Highlights im LIVE-Ticker) mutierte auf dem teils noch vereisten Geläuf zu einer wahren Rutschpartie!

Starke Parade: RSC-Keeper Oliver Stein (re.) kratzt einen Schuss von Lui Kirsch aus dem Kreuzeck. Foto: noveski.com

Die ersten beiden Ausrufezeichen setzten die „Raubvögel“: Zunächst zwang Lui Kirsch mit seinem Distanz-Kracher den Rahlstedter Schlussmann Oliver Stein zu einer wahren Glanztat (8.). Dann nickte Francisco Javier Bacabo Ebongo einen Freistoß von Terje Scheffel nur um Haaresbreite am Pfosten vorbei (17.). Rahlstedt tat sich schwer – sowohl mit den Platzverhältnissen als auch mit einem sehr bissigen Gegner. Ein etwas zu hoch angesetzter Kopfball von Mohamed Giresse Fanè nach einer Ecke von Artur Blum – mehr kam zunächst nicht von den Wadhwa-Boys (23.). Doch kurz vor der Pause hatte Gerrit Betzin die Führung auf dem Fuß, beförderte die Kugel nach starkem Solo von Yannick Hess und perfekter Flanke von Marvin Dose aber nur ans Außennetz (40.).

"Mir ist wichtig, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, in der jeder für jeden einsteht"

Beinahe das 1:0: Doch "Kiko" Ebongo (Mi.) nickt einen Scheffel-Freistoß knapp am rechten Pfosten vorbei. Foto: noveski.com

Energische „Raubvögel“ taten dem RSC auch nach der Pause immer wieder weh. Erst Scheffel, der an Steins tollem Fußreflex scheiterte, dann Dennis Baffour im Nachsetzen, verpassten abermals das 1:0 (50.). Es wäre nicht unverdient gewesen. Auf der anderen Seite verfehlte ein leicht abgefälschter 16-Meter-Schuss des ansonsten abgemeldeten Joel Osei Szillat das Ziel nur um Zentimeter (60.), ehe Blum nach einer blitzschnellen Finte gegen Ken Niederstadt im allerletzten Moment von Nikola Prom am Einschuss gehindert wurde (69.).

„Männer, bis der Schiri abpfeift – vorher geben wir nicht nach!“, trieb SCC-Keeper Yannik Jonas seine Vorderleute in den Schlussminuten noch einmal lautstark nach vorne. Und am Ende reichte es zu einem Remis gegen den Rang-Dritten. „Ich bin damit definitiv zufrieden. Wenn mir das jemand vor dem Spiel gesagt hätte, hätte ich es wahrscheinlich angenommen“, gestand Condor-Coach André Kruse. „Mir ist wichtig, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, in der jeder für jeden einsteht – und das war heute zu sehen. Die Zuschauer sollen eine Mannschaft sehen, die will“, führte Kruse an – und befand: „Wir haben gegen eine sehr gute, strukturierte und vorne enorm gefährliche Mannschaft einen guten Schritt gemacht.“ Was allerdings fehlte: Die Durchschlagskraft im letzten Drittel. „Damit gehe ich konform“, entgegnete Kruse, der unter anderem auf Milos Ljubisavljevic verzichten musste. „Das ist genau das, was uns heute vielleicht gefehlt hat. Wir waren nicht so effektiv. Wir haben uns gut nach vorne kombiniert, aber dann den letzten Punch nicht hinbekommen.“

"Für die Zuschauer kein Schmankerl, aber ich konnte taktisch wertvolle Eindrücke sammeln"

Kurz vor der Pause hatte Gerrit Betzin die Rahlstedter Führung auf dem Fuß, scheiterte aber am Außennetz. Foto: noveski.com

Obwohl der RSC mit der Nullnummer im Kampf um die Vize-Meisterschaft mit Eintracht Lokstedt an Boden verlor, zeigte sich Wadhwa nicht gänzlich unzufrieden: „Zufrieden bin ich auf jeden Fall mit der Tatsache, dass wir das zweite Mal zu Null gespielt haben. Zudem muss man sagen, dass uns mit Rust, Baake und Maksimovic die komplette Mittel-Achse ausgefallen ist, was für uns nicht einfach zu kompensieren ist. Die Jungs haben sich reingeworfen und alles versucht“, konnte er seinen Schützlingen keinen Vorwurf machen. 


„Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden – das kann man nicht anders sagen. Für die Zuschauer kein Schmankerl, aber ich konnte taktisch wertvolle Eindrücke sammeln. Und diese Spiele hätten wir noch vor einem Jahr verloren. Deshalb nehme ich das Unentschieden mit – auch mit einem Lächeln. Natürlich freut man sich über drei Punkte noch mehr. Aber es ist eben auch kein Wunschkonzert. Wir müssen zusehen und gucken, dass wir viele Dinge noch besser machen.“ Vor allem die „vielen Umschaltsituationen“ habe man „nicht gut ausgespielt. Das lag aber auch am Platz.“

Autor: Dennis Kormanjos

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