Oberliga 02

„Osdorf sollte ALLES dafür tun, um dieses Schambein in Watte zu legen“

21. August 2021, 10:34 Uhr

Mit vollem Einsatz: Osdorf-Torjäger Jeremy Wachter (re.) im Duell mit Sven Worthmann. Foto: KBS-Picture.de

„Am Ende gibt es dann einen Spieler, der eine ganz besondere Qualität hat“, wusste Michael Fischer genau, wem er es zu „verdanken“ hat, dass sein SV Rugenbergen mit gänzlich leeren Händen vom Blomkamp die Heimreise antreten musste. Ein Mann, bei dem „Osdorf ALLES dafür tun sollte, um dieses Schambein in Watte zu legen“, sprach der Trainer der Bönningstedter auf die Verletzungs-Historie von Jeremy Wachter an. Doch diese Geschichte soll endgültig der Vergangenheit angehören. Denn: Wachter ist zurück – und wie!

Kampf um den Ball: Taylan Güvenir (li.) vs. Bennet Krause. Foto: KBS-Picture.de

„Den Ball in der 90. Minute da oben reinzuschweißen – das machen auch nicht alle! Das macht er schon stark, das muss man sagen“, konnte Philipp Obloch sein Glück kaum fassen. „Das ist dann schon Qualität und es ist gut, dass wir die wieder in unseren Reihen haben. Denn die hat uns letztes Jahr gefehlt“, machte der Coach des TuS Osdorf keinen Hehl daraus, dass der langwierige Ausfall von Wachter sein Team immens traf. Das spiegelte sich nicht nur in den Ergebnissen, sondern auch auf dem Platz wider. Nun will es Wachter aber wieder wissen!

Wachter-Doppelpack lässt Osdorf jubeln

Das 1:1! Jeremy Wachter (2. v. re.) schädelt eine Dilber-Ecke in die Maschen. Foto: KBS-Picture.de

Die Szene, die Fischer zur Verzweiflung trieb und bei Obloch für pure Glücksgefühle sorgte, ereignete sich in der Schlussminute. Bis zu diesem Zeitpunkt hieß es 1:1 zwischen dem TuS und dem SVR. Edouard Mesenholl hatte die Bönningstedter nach einer Hereingabe aus dem Halbfeld von Leon Neumann in Front gebracht (22.), Wachter sorgte nach einer Ecke von Josip Dilber mit einem wuchtigen Kopfball unter die Latte für den postwendenden Ausgleich (25.). Doch zurück zur 89. Spielminute: Kay-Fabian Adam eroberte den Ball und passte von der Grundlinie in den Rückraum, wo Wachter lauerte, die Kugel aus der Drehung in die Maschen schweißte und für unglaublichen Jubel bei seinen „Blomkamp-Boys“ sorgte!

"Absolut unverdient - wir waren die fußballerisch bessere Mannschaft"

Osdorfs Papa Ndiaye (re.) stellt sich SVR-Kapitän Sven Worthmann in den Weg. Foto: KBS-Picture.de

„Fußball kann absolut ungerecht sein – und das war es heute“, befand Fischer, der den „unfassbaren Chancen“ seiner Elf im zweiten Durchgang hinterher trauerte. Patrick Hoppe verzog aus aussichtsreicher Position (59.), Mesenholl scheiterte am Innenpfosten (86.). Und dann kam Wachter. Aber: „Wenn wir unsere Chancen reinmachen, dann ist das Ding schon gegessen. Entscheidend ist, dass wir zweimal alleine auf den Torwart zulaufen und den Ball nicht reinbekommen“, konstatierte Fischer.

„Ich finde es absolut unverdient! Wir waren fußballerisch die bessere Mannschaft gegen einen Gastgeber, der immer nur nach vorne bolzt und Fußball arbeitet und kämpft.“ Der Matchplan sei „überragend aufgegangen“ und man hatte Spieler in den Reihen, „die mit Abstand ihre stärkste Leistung gebracht haben, seitdem ich sie kenne. Deshalb ist das bitter – und dann sieht man mal, wie schmal der Grat ist.“

"Wir hatten Probleme mit der Systematik von Rugenbergen"

Jeremy Wachter (Mi.) avancierte am Ende mal wieder zum umjubelten Matchwinner für seinen TuS. Foto: KBS-Picture.de

Für seinen Gegenüber war es eine Begegnung, die stets „auf des Messers Schneide“ stand. „Es war sehr ausgeglichen und kompliziert sowie ungemütlich für uns“, ehe Obloch präzisierte: „Wir hatten Probleme mit der Systematik von Rugenbergen. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, anders anzulaufen und besseren Zugriff zu kriegen. Aber das ging nach hinten los und hat gar nicht gewirkt, sondern uns noch mehr vor Probleme gestellt. Ich fand Rugenbergen in den Umschaltmomenten gut, quirlig und vorne sehr schnell.“ Seine Elf musste „das Spiel machen und wir haben uns bemüht, aber sehr schwergetan“, so Obloch. Am Ende haben seine Mannen „Schwein gehabt“ und eben einen Ausnahmestürmer à la Jeremy Wachter.

Autor: Dennis Kormanjos

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