Landesliga Hansa

Unruhe? „Das bedeutet gar nichts!“ – Lohbrügge bleibt in Erfolgsspur

02. März 2020, 10:52 Uhr

Lohbrügges Onur Saglam (li.) mit vollem Einsatz im Kopfballduell. Foto: timelash.de

Beim VfL Lohbrügge ging es in der vergangenen Woche hoch her. Die Trennung vom Sportlichen Leiter Mato Mitrovic, zudem Sponsor des Hansa-Spitzenreiters, sorgte für jede Menge Diskussionsstoff und bot reichlich Spekulationsspielraum. Wie würde es nun bei den Mannen vom Binnenfeldredder weitergehen? Die Antwort: Im Duell beim SC Condor lief der Hansa-Primus mit seiner ganzen Kapelle auf – und triumphierte am Ende souverän. Es war fast so, als wäre nie etwas vorgefallen!

Pascal Bäker (Mi.) verlängerte gerade erst seinen Vertrag am Binnenfeldredder - und glänzte erneut als Torschütze. Foto: timelash.de

Er marschierte als Kapitän voran – und ließ nach dem erfolgreichen Auftritt am Berner Heerweg ein klares Statement in der „Bergedorfer Zeitung“ folgen: „Mato Mitrovics Rückzug bedeutet gar nichts!“, wollte Anto Zivkovic von etwaiger Unruhe beim VfL Lohbrügge aber mal so gar nichts wissen. Auch auf dem Platz schien es fast so, als hätte es die gewissen Spannungen im Umfeld in den vergangenen Tagen und Wochen gar nicht gegeben. In einem von beiden Teams überaus gutklassig geführten Match profitierte der Gast „früh von den gravierenden Problemen in der Abwehr des Heim-Teams und legte damit den Grundstein für die drei Punkte“, wie der VfL selbst zu Protokoll gab. Es dauerte nämlich keine 120 Sekunden, bis sich der SCC mit einer Slapstick-Aktion selbst ins Hintertreffen brachte: Stanley Owusu schoss Darwin Streubier an. Das Spielgerät fiel Pascal Bäker vor die Füße. Der Torjäger, der gerade erst trotz höherklassiger Angebote seinen Vertrag in Lohbrügge verlängert hat, vollstreckte eiskalt zur Führung!

Aboagye bringt Condor um den Lohn

Ein chancenloser Teixeira! Der Ball schlägt im Tornetz der "Raubvögel" ein. Foto: timelash.de

Doch Condor gab nicht klein bei, hatte unter anderem durch Tomas Xhelili die Chance, wieder für offene Verhältnisse zu sorgen. Aber Alen Brandic stand einem Torerfolg der Hausherren im Weg, ehe Mohames Labiadh nach einer Ecke, die über Umwege bei ihm landete, per abgefälschtem Schuss auf 2:0 für den Favoriten stellte (24.). In der Folge verpassten sowohl Terje Scheffel als auch Milos Ljubisavljevic den möglichen Anschlusstreffer – doch auch Condor-Keeper Joao Victor Teixeira konnte sich ein ums andere Mal auszeichnen. In der 68. Spielminute schwächten sich die Gastgeber dann selbst – und zwar in Person von Tyrone Aboagye: Bereits mit Gelb verwarnt, sah er die Ampelkarte, weil er sich über die langsame Ausführung des Lohbrügger Wechsels – Stjepan Brkic ersetzte Duro Maskaljevic – beschwerte (68.). Mit jener Aktion brachte Aboagye sein Team um den Lohn. Wenngleich Hamid Zazai gleich zweimal für aufkeimende Hoffnung bei den „Raubvögeln“ hätte sorgen müssen, beide Male aber in kläglichster Art und Weise freistehend vergab.

20 Punkte: Lohbrügge kann für Oberliga planen

Während Anto Zivkovic (li.) als Kapitän vorweg marschierte, schadete Tyrone Aboagye (re.) seinem Team mit dem Platzverweis. Foto: timelash.de

Und so sorgte ausgerechnet der eingewechselte Michael Löw nach einer Vorlage von Onur Saglam mit einem Linksschuss aus 13 Metern für die endgültige Entscheidung (90.)! Ausgerechnet Löw, der nach langer Verletzungspause nicht nur sein Saison-Debüt feierte, sondern dies auch noch gegen seinen Ex-Club mit einem Torerfolg krönte. Das Fazit der Gäste: „Der VfL legt bei einem guten Gegner eine solide Auswärtspartie auf das künstliche Grün hin und verlässt unterm Strich als verdienter Sieger den Platz. Gleichwohl fällt das Ergebnis angesichts der doch vielfach vorhandenen Condor-Chancen um mindestens ein Tor zu hoch aus.“ Durch die Niederlage des ASV Hamburg (0:1 gegen Altengamme) beträgt der Vorsprung des VfL Lohbrügge nun sage und schreibe 20 Punkte. Der Aufstieg ins Hamburger Oberhaus ist der Nikolic/Schneppel-Equipe wohl kaum mehr zu nehmen – trotz der vermeintlichen Unruhe…

Autor: Dennis Kormanjos

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