„Werden jetzt nicht zurückziehen oder für die Kreisklasse melden!“

HEBC-Torshow bei SCALA

13. November 2016, 20:55 Uhr

Während SCALAs Shoaib Sedeghi (re.) konsterniert drein blickt, feiern Sebastian Benson (li.) und Kevin Höricke (Mi.) Führungsschütze Jan Geist (2. v. li.). Foto: noveski.com

Seinen Humor hatte Holger Hanssen nicht verloren: „Ich kann versprechen, dass wir jetzt nicht zurückziehen oder in der nächsten Saison für die Kreisklasse melden werden“, sagte er nach der 0:6-Abreibung, die der HEBC seinem SC Alstertal-Langenhorn verpasste. „Da verliere ich lieber mal so deutlich, als wie vor einigen Wochen gegen Vicky II, wo wir in der Schlussminute das 1:2 bekommen haben. Daran hat man dann richtig zu knabbern“, führte Hanssen aus. Denn auch diese überaus klare Niederlage schmälert in keinster Weise das, was sein Team in den Wochen davor geleistet hat.

„Wir wussten, was auf uns zukommt. Es gibt ja Gründe dafür, wieso SCALA sechs der letzten sieben Spiele gewonnen und einmal unentschieden gespielt hat“, so HEBC-Manager Stilianos Vamvakidis, der im Verfolgerduell zwischen dem Rang-Vierten und dem Tabellendritten von der ersten Minute an hochüberlegene „Veilchen“ sah. Bereits nach 45 Minuten hätten die Gäste an der Siemershöh deutlich höher, als „nur“ mit 2:0 führen können: erst traf Jan Geist nach Hermes-Vorarbeit zur Führung (22.), dann erhöhte der starke Kostas Kordistos auf Kopp-Zuspiel (40.)! Da ein weiterer Treffer des Griechen aufgrund einer Abseitsposition nicht anerkannt wurde und zwei weitere Eins-gegen-Eins-Situationen nicht zum Erfolg führten, hielt sich der Rückstand für SCALA nach 45 Minuten noch in Grenzen.

Kostas Kordistos (re.) vs. Bill Hittig. Foto: noveski.com

Während der HEBC mit Janosch Rinckens (Leiste), Ole Natusch (Verstauchung an der Hacke), Kevin Franz (Ellbogenbruch), Mirko Wiedemann sowie Philipp Erdmann einige Ausfälle zu beklagen hatte, musste auch Hanssen auf einige Stammkräfte verzichten: zwischen den Pfosten fehlte Christian Hillmer, auch Florian Kurzberg, Dennis Weber („Für die Defensive sehr, sehr wichtig“) und Malte Griese standen Hanssen nicht zur Verfügung. „Wir haben nun mal nicht diese Breite im Kader, wie vielleicht andere Teams.“ Das wurde nach Wiederanpfiff deutlich. Denn nun ging es Schlag auf Schlag. Keine 120 Sekunden waren vorüber, da erzielte Kordistos – dieses Mal von Sebastian Benson in Szene gesetzt – das 3:0, ehe der starke Fabian Lemke zur Stelle war (55.). Eben jener Lemke rutschte nur ins Team, weil sich Mike Pegel „drei Minuten vor Anpfiffmit Magenkrämpfen“ abmeldete, wie Vamvakidis verriet.

Zwei Tore und eine Vorlage gingen auf das Konto von Kostas Kordistos. Foto: noveski.com

Hatte Maximilian Kopp eben noch die Vorlage für Lemke geleistet, revanchierte sich dieser und ermöglichte Kopp sieben Zeigerumdrehungen später das fünfte HEBC-Tor (62.). Felix Hackstein machte schließlich das halbe Dutzend voll, als Doppel-Schütze Kordistos auch seine Assist-Qualitäten unter Beweis stellte (67.). „Wir spielen jetzt gegen die Mannschaften, die sich in der Tabelle in unmittelbarer Nähe zu uns befinden“, so Vamvakidis, „da sollte es unser Ziel sein, der Vorsprung zu diesen Teams zu vergrößern“. Auf viel mehr wird am Reinmüller nicht geschielt – zumindest nicht in der Öffentlichkeit: „Wenn ich ehrlich bin, hat die Liga nicht das Niveau der letzten Jahre – und ich verfolge sie ja schon seit inzwischen 20 Jahren. Wir spielen nicht den Fußball der letzten Rückrunde, was auch an den vielen Ausfällen liegt. Wenn man da oben mitmischen will, dann muss einfach alles passen. In meinen Augen sind die ersten beiden Plätze schon vergeben, obwohl ich sowohl Osdorf als auch Wedel, die letzte Saison aufgestiegen sind, für stärker halte als Teutonia.“

SCALA-Coach Hanssen bilanzierte unterdessen: „Der HEBC hat eine sehr geschlossene Truppe, wir dagegen haben den Kader vor der Saison komplett neu zusammengestellt. Für mich war HEBC heute der beste Gegner in den letzten Wochen! Wir haben bisher eine riesen Leistung gezeigt, aber noch ist es ein weites Stück bis zu den 36 Punkten, die ich als Ziel ausgerufen habe.“

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