Teammanagerbericht: TSV Sasel II

Autor: Christian Humpert

04.10.2018

Auf dem Zahnfleisch: Sasel nach Elferkrimi eine Runde weiter

Holsten-Pokal | Teammanagerbericht TSV Sasel II

In einer spannenden Partie zwischen der TSV-Zweiten und der Drittvertretung des FC St. Pauli setzen sich die Parkwegler mit 5:3 n.E. durch. Bereits kurz vor dem Ende waren die Gäste mit 1:0 in Führung gegangen, St. Paulis Schlotfeldt glich jedoch umgehend aus. Nach einer Verlängerung ohne Höhepunkte, dafür aber mit einer fragwürdigen gelb-roten Karte gegen Till Weise, sorgte der Schiedsrichterassistent II für einen Eklat.


TSV-Coach Robin Hüttig wechselte seine erste Elf im Vergleich zum 2:0-Erfolg über den Eimsbütteler TV auf insgesamt vier Positionen. Für Doß, Weise, Zielke und Lüth durften Friedrich, Carvalho Cabral, Becker und Cyglicki beginnen. FCSP-Trainer Marius Breuch brachte gegenüber der 0:6-Schlappe gegen die Alsterbrüder mit Hackmann, Huneke, Montes De Jesus, Klama und Bahr fünf neue Akteure ins Team. Wiechel, Homringhausen, Koch, Rütz und Müller mussten dafür weichen.
Die steife Brise an der Feldstraße machte von Beginn an beiden Teams ein wenig zu schaffen. Gleichwohl kamen die Parkwegler besser in die Partie. Nach einem langen Einwurf von Gelübcke hätte Marake um ein Haar für die frühe Führung sorgen können (4.). Gideon Friedrich konnte nach Zuspiel von Fabian Becker die Kugel nicht gut genug kontrollieren und fand in St. Paulis Goalie Tiedje seinen Meister (9.). Auch Serkan Dönmez schaffte es nicht, die Kugel nach einer tollen Balleroberung tief in der gegnerischen Hälfte alleine vor Tiedje im Kasten unterzubringen (11.). Dönmez Schuss verfehlte das Ziel deutlich. Nach einer Viertelstunde kamen die Kiezkicker, die im 4-3-2-1-System immer wieder den schnellen Weg in die Spitze suchten, zur ersten Gelegenheit. Einen Kopfball von Kapitän Wolf, der später verletzt ausgewechselt werden musste, parierte von Borgstede sicher. Auf der Gegenseite tauchte Friedrich - abermals nach Pass von Becker - frei vor Tiedje auf, der im Eins-gegen-Eins die Oberhand behielt (26.). Nur wenige Umdrehungen später setzte Bings einen Freistoß an den Pfosten (29.). Ohne das Spielgeschehen wirklich zu dominieren, hätten die Parkwegler zu diesem Zeitpunkt bereits klar führen müssen. Bis zur Pause blieben dann jedoch die Kiezkicker das gefährlichere Team. Bravos hätte die Führung erzielen können, scheiterte allerdings erst per Kopf an von Borgstede, dann nach tollem Dribbling am Fuß von Marcel Sommer (40./42.).
Nach dem Wechsel waren es hingegen wieder die Parkwegler, die die Führung hätten erzielen müssen. Dönmez und Pick vergaben gleich zu Wiederbeginn gute Gelegenheiten (46./47.). Auf der Gegenseite verzog Beilmann nach einem Laufduell mit Pick, der sich dabei - analog zu St. Paulis Wolf in der ersten Hälfte - verletzte und durch Ahlen ersetzt werden musste (54.). Bahrs direkte Ecke wehrte von Borgstede toll ab und leitete so einen Gegenangriff ein, an dessen Ende Gelücke Friedrich anschoss, von dem aus die Kugel auf die Latte ditschte (57.). Danach nahmen sich beide Teams eine kurze Auszeit. Rund 20 Minuten vor Schluss kam es im Strafraum des TSV zu einer strittigen Szene: Müller war auf und davon, legt sich den Ball an von Borgstede vorbei und kommt zu Fall - wohl ein Elfmeter. Der Schiedsrichter gab Abstoß. Apropos Schiedsrichter: Der angesetzte Referee Robert Karus nahm notgedrungen den Platz des Schiedsrichterassistenten I ein, da sein Gespann vor der Partie absagte. Daraufhin schickte man zwei Herren, die - um es einmal ganz vorsichtig zu sagen – völlig von der Rolle waren und auf beiden Seiten für Kopfschütteln sorgten. Zurück zum Spiel: In der 78. Minute hätte Müller beinahe ein Missverständnis in der TSV-Defensive ausnutzen können, von Borgstede parierte jedoch glänzend. Auf der Gegenseite fiel dann doch noch das 1:0: Gelübcke schlenzte das Leder nach Pass von Dönmez sehenswert ins lange Eck (81.). Der TSV gab die Führung allerdings umgehend wieder ab: Schlotfeldt köpfte eine Ecke nur 120 Sekunden später zum Ausgleich in die Maschen (83.). Müller hätte dann kurz vor Ultimo den Sack zumachen können, vergab eine Doppelchance aber kläglich (88.).
In der anschließenden Verlängerung, in der Oppermann als vierter und letzter Joker Bings ersetzte, gab es mit Ausnahme einer äußerst fragwürdigen gelb-roten Karte gegen den eingewechselten Weise keine Höhepunkte zu verzeichnen. Also muss das Elfmeterschießen herhalten, um den Sieger zu ermitteln. Vor Beginn des Elfmeterschießens sorgte dann Schiedsrichterassistent II für eine mehr als nur denkwürdige Szene. Er schnappte sich den Ball, hämmerte kurzerhand zwei Elfmeter auf das Tor von Tiedje und brachte diesen so in Schwung für den anstehenden Shootout. Wer unsere Berichterstattung aufmerksam verfolgt, der weiß, dass wir - ob Sieg oder Niederlage -sehr selten Kritik an den Unparteiischen üben. In diesem Fall kommen wir jedoch nicht umher. Zurück zum letzten Akt dieses Mittwoch-Nachmittag-Dramas: Becker, Dönmez und Oppermann verwandelten ihre Strafstöße weitestgehend sicher. Pascal von Borgstede konnte zudem den zweiten Elfmeter der Heimelf sehenswert parieren. Als Marake seinen Elfmeter toll verwandelte und ein Spieler der Kiezkicker im Anschluss zu hoch zielte, war der glückliche, aber sicher nicht unverdiente Erfolg eingetütet.
Während die Kiezkicker bereits am morgigen Freitag zum Kellerduell nach Barmbek müssen und versuchen werden, den SV UH-Adler zu schlagen, bestreiten wir am Sonntag das Derby beim TSC Wellingsbüttel.

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