Bezirksliga West

Riexinger will aus TBS Pinneberg „ein Wolfsrudel“ formen

13. Juli 2020, 11:02 Uhr

Philipp Riexinger (re.) wurde von den TBS-Verantwortlichen "einfach angesteckt" - und will den West-Bezirksligisten kurzfristig zu einem Wolfsrudel formen. Foto: Verein

Mit Inter Eidelstedt schaffte er den Durchmarsch bis in die Landesliga, ehe er den Verein auf dem vorläufigen Höhepunkt verließ und das Ruder beim Eimsbütteler TV II übernahm. Mit der Reserve des Hammonia-Vierten erreichte er bis zur Corona-Unterbrechung den vierten Tabellenplatz in der Kreisliga 2 – hinter Meister TuS Osdorf II, dem SC Sternschanze III und dem Niendorfer TSV IV. Zur kommenden Saison heuert Philipp Riexinger bei West-Bezirksligist TBS Pinneberg an. Dabei hatte er eigentlich gar nicht vor, dem Lokstedter Steindamm den Rücken zu kehren. Wir haben mit dem Coach über seine neue Aufgabe an der Müßentwiete gesprochen…

FussiFreunde: Warum hast du dich nach nur einem Jahr für einen Wechsel vom ETV II zu TBS Pinneberg entschieden?

Philipp Riexinger: „Ich hatte gar nicht großartig vor, zu wechseln. Das sind wirklich klasse Jungs bei der Zweiten Herren des ETV – und allen voran mein Co-Trainer Thomas Gau. Es hat dort wirklich Spaß gemacht. Aber irgendwann erhielt ich einen Anruf von den TBS-Verantwortlichen: Sie hätten großes Interesse und würden sich mit mir treffen wollen. Daraufhin dachte ich mir, dass ich mir das mal anhöre. Und nach dem Gespräch war ich hin und weg. Die haben mich einfach angesteckt mit ihrer Begeisterung und der Liebe zum Fußball und dem Verein. Außerdem haben mir das Projekt und der Ehrgeiz vom Vorstand und dem Liga-Manager sehr gefallen. Man hat sofort gemerkt, dass dieser Verein Harmonie verkörpert – es war sehr familiär. Das waren alles Dinge, die mich – obwohl ich gar nicht wechseln wollte – dahin gezogen haben.“

Bei TBS übernimmst du einen auf vielen Positionen veränderten Kader. Inwieweit war dieser Umbruch ganz bewusst so gewollt?

Vor seiner Tätigkeit beim ETV II führte Riexinger (Mi.) Inter Eidelstedt in die Landesliga. Foto: Inter

Riexinger: „Ob der Umbruch geplant und gewollt war, kann ich so gar nicht wirklich beantworten. Fakt ist: Da der Kader in der letzten Saison sehr dünn war, der Vorstand auch noch relativ neu ist – genauso wie der Liga-Manager, der Trainer, der Co-Trainer und eben auch die Mannschaft im Großen und Ganzen runderneuert ist, ist ein Umbruch da. Ob der geplant war? Da würde ich dann sagen: mit Sicherheit.“

Nun befinden sich einige Spieler im Kader, die bereits Oberliga-Erfahrung haben – wie zum Beispiel Jaques Rodrigues oder auch Marko Sumic. Wie willst du bei den Jungs, die Höheres gewohnt sind, (wieder) das Maximum an Leistung rausholen?

Riexinger: „Ganz ehrlich, das ist einfach zu beantworten: Es gibt und gab bei mir noch nie einen Bonus. Egal ob ein Spieler aus der KKB kommt oder aus der Regionalliga – jeder Spieler fängt bei mir bei null an. Und zu der Frage, wie ich das Maximum raushole: ich musste auch in der Vergangenheit schon bei Spielern, die Höheres gewohnt sind und waren, das Maximum an Leistung rausholen, wie zum Beispiel Ilyas Afsin, Gökhan Ariduru oder Baran Gökalp.“

Mit Inter Eidelstedt hast du bereits das Kunststück geschafft, in die Landesliga aufzusteigen. Ist jetzt TBS an der Reihe?

Der Oberliga-erfahrene Jaques Rodrigues de Oliveira (re.) wechselt vom SV Rugenbergen zu TBS Pinneberg. Foto: Verein

Riexinger: „Ein Aufstieg ist immer schön, aber auch immer mit sehr viel Arbeit verbunden. Um aufzusteigen, muss jeder Teil des Vereins Top-Leistung bringen. TBS hat diese Saison gute Spieler verpflichten können, es sind aber auch viele Spieler aus der Jugend dabei – und man braucht Zeit, um im Herrenbereich anzukommen. Außerdem: neues Team und neuer Trainer – das ist alles ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt. Die Mannschaft muss sich natürlich auch erstmal finden.“

Wie konkret sieht denn deine Zielsetzung mit dem Verein kurz- und mittelfristig aus?

Riexinger: „Mein kurzfristiges Ziel ist es, den Jungs und dem Verein meine Fußball-Philosophie mit zugeben und zu versuchen, sie zu etablieren. Natürlich ist ein Aufstieg, wie vorhin schon gesagt, immer ein sensationelles Gefühl. Aber zu meinem kurzfristigen Ziel gehört, dass die zusammengewürfelte Truppe in kurzer Zeit zu einem Wolfsrudel wird – und damit meine ich Vorstand, Trainer-Team und die Mannschaft. Das wird eine geile Zeit und ich freue mich, ein Teil dieses Vereins TBS Pinneberg zu sein.“

Autor: Dennis Kormanjos

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