Oberliga

„Es gibt keinen neuen oder alten Benjamin Bambur“

30. Oktober 2020, 16:31 Uhr

In vier (Kurz-)Einsätzen für BU traf Benjamin Bambur (re.) bereits zweimal ins Schwarze. Foto: noveski.com

„Ich bin einfach nur froh, dass ich jetzt wieder gesund bin“, war die Freude bei Benjamin Bambur groß, „nach langer Verletzungspause endlich wieder auf dem Platz stehen zu dürfen“. Doch nun ruht die Kugel im Hamburger Amateurfußball schon wieder – und damit sind auch der HSV Barmbek-Uhlenhorst und sein jüngster Top-Neuzugang zum Zuschauen verdammt.

Bei BU will Bambur (re.) endlich wieder an seine alte Form anknüpfen. Foto: noveski.com

Beim SC Victoria oder auch Concordia Hamburg machte er sich einen Namen, war absoluter Leistungsträger und insbesondere am Bekkamp ein totaler Tor-Garant. Als er sich im Sommer 2019 dem SV Curslack-Neuengamme anschloss, war man am Gramkowweg fest davon überzeugt, einen neuen Goalgetter verpflichtet zu haben. Doch letzten Endes entwickelte sich die Ehe zwischen Benjamin Bambur und dem SVCN zu einem großen Missverständnis. Verletzungsbedingt kam Bambur lediglich sechsmal für die „Deichkicker“ zum Einsatz und erzielte nur ein Tor. Bereits Anfang April des Jahres verkündete der Verein, dass beide Parteien ab Sommer wieder getrennte Wege gehen würden. Bambur hielt sich daraufhin bei der „Zweiten“ Curslacks fit – und zunächst schien es so, als würde der Torjäger seinen noch ein Jahr lang gültigen Kontrakt beim SVCN aussitzen.

"Ich wusste bis zum letzten Tag, dass alles passieren kann"

Bei 100 Prozent sei er noch nicht, aber er befinde sich auf einem guten Weg, so Bambur (li.). Foto: noveski.com

Doch am „Deadline Day“ vermeldete der HSV Barmbek-Uhlenhorst die Verpflichtung von Bambur, der wenig später gleich sein Debüt für den neuen Club feierte. Beim 4:0-Sieg gegen seinen Ex-Verein SC Victoria wurde der 30-Jährige kurz vor Schluss von Trainer Jan Haimerl eingewechselt. Im darauffolgenden Spiel bei Hamm United reichten Bambur 24 Minuten für seinen ersten Treffer im BU-Dress. Es war das entscheidende Tor zum 2:0. Auch am vergangenen Freitag war er erfolgreich, brachte sein Team beim ersten Startelf-Einsatz in Front – wenngleich am Ende die erste Niederlage beim HSV III (1:3) für Bambur mit seinem neuen Team zu Buche stand. „Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Ich wusste bis zum letzten Tag, dass alles passieren kann“, musste er selbst lange mit der Unklarheit über seine sportliche Zukunft zurechtkommen. „Jetzt konzentriere ich mich voll auf BU und bin froh, dass ich gesund bin. Das ist das Wichtigste. Der Rest kommt von allein.“

"Im Fußball weiß man nie, wie es läuft"

Auch wenn er „noch nicht bei 100 Prozent“ sei, befinde er sich „auf einem guten Weg“, wie er sagt. „Nach so langer Pause braucht das seine Zeit.“ Doch dann wird es, sobald der Ball wieder rollt, nicht mehr lange dauern, bis der alte Benjamin Bambur zurück ist – oder etwa nicht? „Es gibt keinen alten oder neuen Benni Bambur. Ich bin Benni Bambur“, habe sich nichts an seiner Einstellung oder Qualität verändert. Dennoch sei es „schön“, dass es bisher so gelaufen ist. „Denn im Fußball weiß man nie, wie es läuft“, so Bambur, der umso glücklicher ist und „hofft, dass es so weitergeht“.

"Alles was früher war, ist Vergangenheit"

Mit seiner Statur und seiner körperlichen Präsenz stellt Bambur (li.) die Gegenspieler vor große Probleme. Foto: noveski.com

Und das bei einem absoluten Traditionsverein. „BU ist auf jeden Fall eine der Top-Adressen in Hamburg und schon immer ein mächtiger Traditionsverein gewesen. Ich bin froh, da zu sein – und versuche, alles von mir zu geben, damit wir erfolgreich sind“, verspricht der Torjäger, dem es nach so kurzer Zeit allerdings noch schwer fällt, zu beurteilen, wo die Reise hingehen kann. Nichtsdestotrotz: „Wenn alle Gas geben, kann es eine gute Saison werden. Zu was es dann reicht, wird man sehen.“ Fakt ist jedenfalls, dass er die Zeit bei Curslack hinter sich gelassen hat. „So ist Fußball“, will Bambur rückblickend gar nicht allzu viele Worte über das Intermezzo am Gramkowweg verlieren. „Ich war leider lange verletzt. Und dann hat sich das alles so ergeben. Aber ich gucke gar nicht so weit in die Vergangenheit, sondern befinde mich jetzt nur noch in der Gegenwart – und die heißt BU. Alles was früher war, ist Vergangenheit. Das Kapitel ist abgeschlossen.“ Und das neue Kapitel ist bereits in vollem Gange…

Autor: Dennis Kormanjos

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